DAS NEUE PROJEKT ESIMIT EUROPA 2 UND DIE ERSTEN BEIDEN SIEGE

Ende August nominierte mich Skipper Jochen Schümann für die zweite Saisonhälfte als neuen Steuermann auf der paneuropäischen 30-Meter-Maxiyacht „Esimit Europa 2“.

Man nennt sie die Rekordjägerin. Sie hat 35 Siege in 35 Rennen errungen. Wahre Gegner sind schwer zu finden. Es geht mehr um die Perfektion gegen die Uhr. 100 Fuß lang, 44 Meter Mast, eine 18 köpfige internationale Allstar Crew und Speedrekorde bis 38 Knoten machen die moderne Maxiyacht zu einer absoluten Wucht auf Langstreckenregatten.

Auftakt für mich war das Thousand Islands Race Ende September in der Adria. Von Rijeka/Kroatien nach Tivat/Montenegro und zurück führte der Kurs durch die unzähligen adriatischen Inseln. Wie auch sonst... take the line honours!

Im zweiten Einsatz, der Medot Trophy von Triest/Italien nach Valetta/Malta, sollten wir unseren eigenen Streckenrekord schlagen. Auf den 700 Seemeilen galt es gute 68 Stunden zu unterbieten. Leider mussten wir den Versuch in der zweiten Nacht beenden, weil wir Schaden an einer Saling im Mast hatten.

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Das Gute an Langstreckenrennen über mehrere Tage ist, dass man wirklich Stunden auf den Tacho bekommt. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich nun einiges über das Schiff gelernt, hatte ins Team gefunden und auch die Ausrichtung des ganzen Projektes begriffen. Ich war dankbar für das Vertrauen und die Aufgaben, die mir Jochen von Tag eins an entgegenbrachte. Vor allem die Mannschaft hat mich stark beeindruckt mit ihrer Leistung, ihrer Geschwindigkeit, ihrer Übersicht, dem Zusammenspiel. Ein 18 köpfiges Team aus 11 Ländern. Ich habe keine Ahnung, wie viele America’s Cup-, Volvo Ocean Race- oder Olympiateilnahmen auf dieser Yacht segeln. Aber ein steht fest, auch diese Uhrwerk abzustimmen hat richtig Arbeit gemacht und dem Dirigenten ist es manchmal immer noch nicht perfekt genug.

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Den Höhepunkt für das Team Esimit bildete das Rolex Middle Sea Race, eines der großen Langstrecken Klassiker. Es ist ein 608 Seemeilen großer Rundkurs durchs Mittelmeer. Gestartet wird vor Malta in nördliche Richtung. Vorbei am Etna geht es durch die Strasse von Messina. Den nördlichsten Wendepunkt bildet die Vulkaninseln Stromboli. Dann führt der Kurs um die westliche Seite Siziliens bis runter nach Pantelleira und Lampedusa. Der leichte Wind in diesem Jahr favorisierte uns vielleicht als Sieger, aber einen neuen Streckerekord konnten wir damit nicht an peilen. Unser Navigator Tom Addis hatte uns trotz schwieriger Bedingungen sehr geschickt durch die flaue See taktiert.

Nach 3 Tagen, 10 Stunden und 42 Minuten segelte die Esimit Europe 2 als erste Yacht ins Ziel und gewann damit das vierte mal in Folge den Mittelmeer Klassiker.

Eigner Igor Simčič, ist glücklich über den 35. Sieg nach gesegelter Zeit. Im kommenden Jahr plant er die Teilnahme an Mittelmeerregatten in Spanien, Frankreich, Italien und Monaco.

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